Geschäftsführung im Wandel:

Stephan Chilla als neuer sozial-pflegerischer Vorstand der Heilig-Geist-Stiftung begrüßt

Dülmen. Ein neues Gesicht in der Geschäftsführung der Heilig-Geist-Stiftung: Stephan Chilla hat zum 1. Februar 2022 das Amt des sozial-pflegerischen Vorstands übernommen und wird nun unserem kaufmännischen Vorstand, Herrn Ulrich Scheer, voller Energie, mit vielen neuen Ideen und mit großem Engagement zur Seite stehen. Paul Beine, Vorsitzender des Kuratoriums der HGS, begrüßte Stephan Chilla im Rahmen eines Pressetermins in Dülmen. Das komplette Team im Verbund der Heilig-Geist-Stiftung freut sich über den Neuzuwachs im Vorstand und wünscht von Herzen alles Gute und viel Erfolg für das gemeinsame neue Kapitel in der Stiftungs-Geschichte.

 

Herr Chilla, einige Wochen im neuen Amt liegen bereits hinter Ihnen – wie wurden Sie empfangen?

Der Empfang war und ist sehr herzlich. Wie alles, was von Herzen kommt, ist damit eine große Ehrlichkeit verbunden. Heißt: Die Mitarbeitenden und Bewohner strahlen vor Freude, halten aber auch ihre Erwartungen und Unangenehmes nicht zurück. Ich schöpfe daraus meine Motivation. Ich fühle mich in ein Netz sozialer Wechselwirkungen eingebunden und kann dieses mit meinem Wissen und Können weiterknüpfen. Das gegenseitige Vertrauen ist dabei die Basis für eine gelingende Beziehung zwischen den Bewohnern, den Mitarbeitenden und mir.

 

Wie war Ihr bisheriger beruflicher Werdegang – was motivierte Sie zur Berufswahl?

Ich bin im Ruhrgebiet groß geworden, habe in München Philosophie und in Münster Wirtschaftswissenschaften studiert. Gearbeitet habe ich viele Jahre beim Diakonischen Werk in Herne, wo ich vom Pflegehelfer zum Sozialdienstleiter so manche Karrierestation durchlaufen habe. Die Vielfältigkeit der Aufgaben hilft mir heute sehr. Erfahrungswissen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen zu haben, zu verstehen, wie es sich anfühlt, bspw. in der Pflege seinen Dienst zu verrichten, ist sehr wichtig. Nur so kann ich die unterschiedlichen Interessen nachvollziehen.

Die besondere Motivation zu einer Arbeit im sozialen Bereich beziehe ich aus der Unmittelbarkeit der Verbindung zwischen Mitarbeitenden, unseren Kunden, also den Bewohnern, Klienten, etc. und dem Gesamtunternehmen. Ich kann kein gesundes Unternehmen im Bereich der Altenhilfe führen, ohne die Interessen aller Seiten abzuwägen. Der Kern ist dabei die jeweils individuelle Lebenssituation unserer Bewohner in den Einrichtungen des Verbundes. Immer wieder neu motiviert mich die Frage, wie wir als Heilig-Geist-Stiftung zu einem gelingenden Leben aller Beteiligten beitragen können, bzw. was Menschen ganz konkret meinen, wenn sie von einem gelingenden Leben sprechen.

 

Ihr persönliches Lebens-Motto in wenigen Worten?

Sapere aude. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Zuversicht, dass Liebe auch in schwierigen Phasen tragfähig ist.

 

Welche Projekte und Neuerungen möchten Sie mittel- und langfristig im Verbund umsetzen?

Der Verbund selbst ist ein Ziel: Die Chancen und Möglichkeiten eines Zusammenschlusses zu nutzen, ist mir wichtig. Ich möchte, dass die Mitarbeitenden zusammenwachsen und sich darauf besinnen können, was es heißt, für den Verbund der Heilig-Geist-Stiftung zu arbeiten, nämlich: auf der Basis von Nächstenliebe und Barmherzigkeit für unsere Bewohner da zu sein. Um diese Kultur zu stärken, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Der Verbund muss gewährleisten, dass unsere Mitarbeitenden gesehen und in ihren Kompetenzen gefördert werden, Karrierewege innerhalb des Verbundes müssen sichtbar und begehbar werden. Die Kommunikation muss über die Ebenen hinweg wertschätzend und fruchtbar sein, insofern unsere Leute in ihren Sorgen aber auch ihren Vorschlägen ernstgenommen werden. All diese Prozesse sind nie abgeschlossen. Es geht nicht darum, einen Punkt zu erreichen, an dem man sich getrost zurücklehnen kann. Vielmehr ist das Beschreiten des Weges das Ziel.

Wenn ich den Blick nach außen richte, möchte ich, dass der Verbund im Münsterland als Institution der Altenhilfe wahrgenommen wird, die sich durch besondere Qualität und den oben beschriebenen Geist des Hauses auszeichnet. Wir können die Augen nicht davor verschließen, dass sich die Situation in der Altenpflege verändert hat. Unsere Mitarbeitenden sind in den Einrichtungen vor Ort viel häufiger als noch vor 20 Jahren mit Menschen konfrontiert, die gerontopsychiatrisch auffällig sind und herausforderndes Verhalten zeigen. Ein Ziel ist es, dieser Entwicklung mit spezifischen Angeboten zu entgegnen. Einerseits, um die Mitarbeitenden vor personeller Überforderung schützen, andererseits um den Bewohnern die bestmögliche Qualität zu bieten.

 

Was wünschen Sie sich für die Zusammenarbeit mit den Teams und Einrichtungen des Verbunds?

Ich wünsche mir die Aufrichtigkeit und das Vertrauen, das ich im Gegenzug auch von allen Mitarbeitenden einfordere. Glasklar ist, dass niemand im Alleingang für unsere Bewohner in den Verbundeinrichtungen und Kunden in der mobilen Pflege alles Gute erwirken kann. Es bedarf einer gemeinschaftlichen Anstrengung, die auch gegenseitige Verantwortung mit sich bringt. Dabei spielen alle Mitarbeitenden eine wichtige Rolle, ganz egal, in welchem Unternehmensbereich sie tätig sind.